Eine oft diskutierte Frage, für die es offenbar keine Antwort gibt. Ist das Kunst oder kann das weg? Was ist eigentlich Kunst? Wenn es nach Oscar Wild geht, dann ist Kunst das einzig Ernsthafte auf der Welt, während der Künstler der ist, der nie ernsthaft ist. Ein Widerspruch in sich. Hat doch vor einigen Jahren in einem Dortmunder Museum eine Reinigungskraft ein Kunstwerk beschädigt, indem sie es reinigte. Dabei handelte es sich um einen Holzpalettenturm an dem ein Kalkfleck zu sehen war. Genau diesen Fleck hat die Reinigungskraft entfernt, weil sie ihn für eine Verunreinigung hielt. Das Werk hatte einen Versicherungswert von 800.000 Euro und wurde von Martin Kippenberger erschaffen. Die Putzfrau hat damit ordentlich für Gesprächsstoff gesorgt. Es ist aber nicht das erste Mal, dass ein Kunstwerk missverstanden wurde. Auch Joseph Beuys „Fettecke“ wurde ebenfalls von einer Putzfrau beseitigt.

Was als Kunst betitelt wird und was nicht, war schon immer schwer zu definieren

Kunst ist das, was man selbst als solche erachtet. Die einen mögen Bilder, die anderen Skulpturen. Doch Kunst ist so viel mehr als das. Auch Musik und Poesie sind Bereiche der Kunst. Kunst dient als Ausdrucksform von Gefühlen und Gedanken. Kunst ist eine Form der Meditation. Kunst macht das Unsichtbare sichtbar. Kunst gibt Impulse sowie Denkanstöße. Kunst provoziert. Dennoch ist Kunst von einem subjektiven Urteil abhängig. Sie liegt schlichtweg im Auge des Betrachters. Ein Kunstwerk kann dem einen gefallen und bei einem anderen kein Verständnis finden. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass viele auch kein Veständnis für das klischee-behaftete Künstlerleben haben.

Klischees eines Künstlerlebens

Fragt man Menschen auf der Straße, wie sie sich das Leben eines Künstlers vorstellen, dann kommen viele Klischees zutage. Wenn es nach der Vorstellung der Menschen geht, dann leben Künstler in ihrem Atelier und verbringen ihre Zeit damit, rotweintrinkend Bilder zu erschaffen. Diese Meisterwerke werden später dann in einer berühmten Galerie für teures Geld verkauft. Künstler das sind ja angeblich diese Menschen, die immer etwas aus der Reihe tanzen und kein geordnetes Leben führen möchten. Das sind diejenigen, die nicht richtig arbeiten mögen und immer von der Norm abweichen. Oft hört man auch, dass Künstler besonders verschroben, depressiv oder chaotisch seien und allerlei Drogen konsumieren.

Sorgen des Alltags

Der Alltag eines Künstlers sieht jedoch völlig anders aus. Kreative verbringen den Tag häufig mit dem Versuch ihren Bekanntheitsgrad zu steigern. Hinzu kommen Existenzängste, denn wer über kein geregeltes Einkommen verfügt, kann auch seine Miete und andere Ausgaben nicht rechtzeitig zahlen. Der Durchschnittsverdienst eines Künstlers liegt unter 15000 Euro im Jahr. Kaum ein freischaffender Künstler kann von seinen Kunstwerken leben und ist auf Nebenjobs und staatliche Hilfe angewiesen. Zudem fehlt auch oft das nötige Kleingeld, um neues Material zu kaufen um neue Werke erschaffen zu können.

Künstler zahlen oft drauf

Viele bildende Künstler stehen vor dem Problem selbst mit vielen Ausstellungen keine Einnahmen zu erzielen, wenn die erhofften Verkäufe ausbleiben. Daher fordern viele Künstler ein Ausstellunghonorar, um zumindest die Unkosten wie den Transport der Bilder und den Arbeitsaufwand den eine Ausstellung mit sich bringt abdecken zu können. Als Künstler muss man vielseitig sein und mehrgleisig fahren um Erfolg zu haben. Disziplin, Ehrgeiz und Durchhaltevermögen sind dabei wichtig. Nicht selten arbeiten Künstler 15 Stunden pro Tag, um Kunst, Projekte und Nebenjobs unter einen Hut zu bekommen. Spätestens dort endet dann die romantische Vorstellung eines Künstlerlebens.