Meine ganzen Tusche-Zeichnungen sind ja mit einem ganz besonderen Zeichengerät, einem Montblanc, entstanden. Ihn habe ich vor einigen Jahren von Christian Rauch geschenkt bekommen, der bei Montblanc in Mailand arbeitet. Ich bin überglücklich, so ein besonderes Stück mein Eigenen nennen zu dürfen. Vor einigen Jahren hatte ich ihm bei einem Treffen in Hamburg erzählt, dass ich gern einmal großformatigere Zeichnungen anfertigen würde, dies aber mit der normalen Zeichenfeder, die man immer wieder in ein Tintenglas tauchen muss um Farbe zu aufzunehmen, unmöglich sei. Christian hatte sich meine Aussage zu Herzen genommen und ein paar Wochen später klingelte es an meiner Tür und der Postbote übergab mir ein Paket. Da ich nichts bestellt hatte, war ich natürlich sehr gespannt. Ich öffnete das Paket und sah es vor mir, das tollste und wertvollste Zeichengerät, was ich mir hätte erträumen können. Christian hatte mir tatsächlich eine Montblanc-Zeichenfeder geschenkt. Ich war sprachlos und überglücklich.

 

Immer mit dabei

Mein Lieblingsstück hat schon viel mit mir durchgemacht und eigentlich trage ich ihn immer in der Tasche, denn ich habe mir angewöhnt, überall zu zeichnen. So sind unterwegs schon viele Zeichnungen, meist im Postkartenformat entstanden. Oft, wenn es im Wartezimmer mal wieder länger dauert, nehme ich dann einfach den kleinen Postkartenblock aus der Tasche und beginne zu zeichnen. Während sich andere über die lange Wartezeit ärgern, nutze ich die Zeit, um neue kleine Postkarten zu anzufertigen. Das mache ich auch, wenn ich auf der Autobahn mal wieder im Stau stehe. Die Wartezeit lässt sich so wunderbar überbrücken und ich verbringe die Zeit mit kreativen Dingen, statt mich über den Stau zu ärgern. Vor einiger Zeit ist diese Karte entstanden.


Happy End

Neulich aber wollte mein Montblanc nicht so richtig zeichnen. Er kratze und hakte und ich war unfähig, auch nur eine Linie zu zeichnen. Egal, was ich auch tat, er verweigerte seinen Dienst und so war ich gezwungen, eine Zwangspause einzulegen, um ihn in die „Zeichenfederklinik“ zu Montblanc nach Italien zu schicken. Eine Zeit, die mir ewig erschien, denn ohne meinen treuen Begleiter konnte ich schließlich nicht zeichnen. Gestern hüpfte ich vor Freude fast an die Decke, als mir der Postbote ein Paket übergab und ich mein geliebtes Zeichengerät wieder in Empfang nehmen durfte. Jetzt läuft er wieder wie geschmiert und ich kann endlich mit neuen Zeichnungen beginnen.